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FÜHRUNGEN

Ab Mai findet wieder an jedem ersten Sonntag im Monat die öffentliche Führung "Mies verstehen" statt. Darüber hinaus bieten wir Führungen auch nach individueller Vereinbarung in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch an. Nähere Informationen zu allen Führungsangeboten finden Sie hier

MIES UND DIE SCHRIFT

Ludwig Mies van der Rohes Archigrafie – Eine Erkundung von Dr. Mariko Takagi, Kyoto

Veranstaltung: Freitag, 3. Juni, 19-20 Uhr im Mies van der Rohe Haus

Eine »Erkundung«, da es in diesem Vortrag um eine persönliche, der Typografie (das Gestalten mit Schrift) zugrunde liegende Annäherung an das Thema »Mies van der Rohes Umgang mit Schrift« geht. Mies van der Rohe verwendete bevorzugt serifenlose Schriften in seinen Entwürfen und seiner Architektur. Zunächst wirft diese Beobachtung keine Fragen auf. Denn ab den 1920ern waren schlichte, serifenlose und zugleich konstruierte Buchstabenformen medienübergreifend die bevorzugte Schriftwahl. Stellt man sich die Frage, ob die Serifenlosen zunächst in gedruckter Form oder in der architektonischen Repräsentation vorkamen, beginnt das gesetzte Verständnis zu wanken.

 

»e/moji graphy – the essence of kanji, visually«

Buchvorstellung: Dr. Wita Noack im Gespräch mit Dr. Mariko Takagi

Sonntag, 5. Juni, 17-18 Uhr im Mies van der Rohe Haus

Emoji – international wird dieser Begriff assoziiert mit den bunten Smileys die unsere Textnachrichten garnieren. Der Begriff Emoji kommt aus dem Japanischen und setzt sich zusammen aus e 絵 für Bild und moji 文字 für Zeichen, Buchstabe oder ganz allgemein Schriftsystem. 

Die Sino-japanische Schrift Kanji wird oft vereinfacht als ideografisch beschrieben und im schlimmsten Fall mit Emoji verglichen, in dem Glauben, dass man die Bedeutung der Zeichen von ihrer Form ablesen kann. Diesem Mythos geht »e/moji graphy – the essence of kanji, visually« nach und beschreibt und visualisiert dabei die Grenzen einer rein bildlichen Kommunikation. 

Mariko Takagi ist Typografin, Buchgestalterin und Autorin zahlreicher Bücher zur japanischen Kultur, sowie zur Typografie. Seit 2008 befasst sie sich mit der Erforschung der japanischen Schrift und Typographie im Speziellen und dem visuellen Austausch zwischen Japan und dem Westen im Generellen. Die Deutsch-Japanerin ist in Deutschland geboren und aufgewachsen, lebte und arbeitet von 2010 bis 2016 in Hong Kong. Seit April 2017 unterrichtet und forscht Takagi als Professorin mit dem Schwerpunkt Typographie und Buchgestaltung am Doshisha Women’s College of Liberal Arts in Kyoto. Mariko Takagi versteht sich als Vermittlerin zwischen den (Schrift-) Kulturen. Für ihre Bücher erhielt sie von der Stiftung Buchkunst, red dot, iF Design und anderen Organisationen zahlreiche Auszeichnungen. 

MIES UND DIE UNVOLLENDETE MODERNE

Eine Veranstaltungsreihe zum Revolutionsdenkmal von 1926

Nächste Veranstaltung: Freitag, 10. Juni 2022, Einlass 17:30 Uhr, Beginn 18 Uhr im Mies van der Rohe Haus

Es sprechen: Aya Soika und Claus Leggewie, Moderation: Ulf Meyer und Jörn Köppler

Das Revolutionsdenkmal von Ludwig Mies van der Rohe auf dem Zentralfriedhof Berlin-Friedrichsfelde erinnerte an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. In der Denkmalkultur singulär, ist der künstlerische Entwurf ein Meisterwerk. Nach nur wenigen Jahren wurde das Backsteindenkmal bereits 1935 von den Nationalsozialisten zerstört. Die vielfältigen Fragestellungen, die sich aus dem Wunsch nach einem Wiederaufbau ergeben, sollen im Rahmen der Vortragsreihe kontrovers diskutiert werden; Fragestellungen zu Architektur und Ideologie, auch zu Mies‘ Rolle als Architekt in den ersten Jahren nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten bis zu seiner Emigration in die USA, sowie Fragestellungen zur technischen und ästhetischen, aber auch moralischen Machbarkeit eines Wiederaufbaus. Wiederzugewinnen wäre nicht nur ein Architekturdenkmal, sondern auch ein wichtiges Denkmal deutscher Demokratiegeschichte.

Um vorherige Anmeldung und pünktliches Erscheinen wird gebeten.

Weitere Termine: 02.07. / 09.09. / 14.10. / 11.11.2022 jeweils ab 18 Uhr

Weitere Informationen finden Sie hier. Alle Vorträge und Diskussionen werden live über den YouTube-Kanal des Mies van der Rohe Hauses gestreamt und bleiben anschließend dort abrufbar. 

MIES GOES FUTURE: UDO KITTELMANN

In diesem Filmbeitrag spricht Udo Kittelmann über seine Arbeit in ikonischen Museumsbauten, sein starkes Engagement für die Sanierung der Berliner Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe und über die Notwendigkeit eines neuen Museums des 20. Jahrhunderts am Kulturforum. Kittelmann begrüßt auch die Idee eines Neubaus für das Haus Lemke, um dem ehemaligen privaten Bau für die Zukunft mehr Bedeutung zu geben. Zusätzlich äußerte er den Wunsch nach einer aktiveren Zusammenarbeit zwischen der Neuen Nationalgalerie und dem Haus Lemke.

Der Film ist hier und auf unserem YouTube-Kanal zu sehen. 

 

MIES IN BERLIN & POTSDAM

Neuerscheinung . Mit Recherche, Texten, Zeichnungen und Fotos von Carsten Krohn

Der Architekt Ludwig Mies van der Rohe hat dreißig Jahre in Berlin gelebt und gewirkt. Zwischen der Neuen Nationalgalerie, dem Tempel der westlichen Moderne an der Potsdamer Straße, und dem Landhaus Lemke am Obersee liegen für ihn Weggehen und Wiederkommen, Aufbruch und Vermächtnis. Aber das sind nur zwei wichtige Eckpunkte seiner Tage. In Berlin und Potsdam hat der große Baukünstler der Avantgarde zahlreiche Bauten entworfen und gestaltet. Und auch wieder verworfen.

Pünktlich zum Jahresbeginn erscheint nun unsere neue Publikation MIES IN BERLIN & POTSDAM. Mit archäologischer Akribie und detektivischem Eifer ist es dem Architekturhistoriker und Fotografen Carsten Krohn gelungen, auch die bisher unbekannten Projekte aus Mies' Berliner Jahren freizulegen, zuzuordnen und zu analysieren - von der Villa bis zum Verkehrsturm, vom Grabstein bis zur Messegestaltung, von der möblierten Wohnung zum Warenhaus. Überzeugungen werden klar, Vorbilder scheinen auf, Wege deuten sich an. Lange Zeit wurden vor allem Mies' Meisterwerke rezipiert. Sie zeichnen das Bild eines radikalen Architekten, der aber nicht ohne Wurzeln war. Erstmal ist es mit Hilfe der Mies Map nun möglich, den frühen Mies in seiner ganzen Breite und Vielfalt zu erleben. Die Map passt in jede Tasche und ist eine Aufforderung, die historischen Pfade von Mies durchaus zu kreuzen.

Wita Noack, Ingolf Kern (Hg.)

128 Seiten mit 84 Abbildungen, 125 x 165 mm, Softcover, Deutsch/Englisch

form + zweck Verlag, ISBN 978-3-947045-23-5, Preis: 20 EUR

Unsere Publikationen können im Haus oder via E-Mail erworben werden: info(at)miesvanderrohehaus.de