Das Mies van der Rohe Haus ist ein Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst, das zwischen Vergangenheit und Gegenwart vermittelt. Den roten Faden bildet das Nachdenken über Architektur und ihre gesellschaftlichen Zusammenhänge – dabei wird das Schaffen von Ludwig Mies van der Rohe zum Material für künstlerische Auseinandersetzungen. Ein ganzheitliches Programm aus ortsspezifischen Ausstellungen, künstlerischen Auftragsarbeiten und übergreifenden Kooperationen gibt dem Mies van der Rohe Haus ein flexibles institutionelles Vokabular, das es bewusst für verschiedene Publika mit unterschiedlichen Perspektiven auf Dauer, Aufmerksamkeit und Wissensvermittlung öffnet.
Mies van der Rohe Haus ist die heutige Bezeichnung für das frühere Haus Lemke, das 1932/33 vom Architekten Ludwig Mies van der Rohe als Wohnhaus für Karl und Martha Lemke erbaut wurde. Nachdem die Auftraggeber ihr Haus kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs verlassen mussten, erfuhr das Gebäude, das dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR zugeschlagen wurde, verschiedene Nutzungen. Bauliche Veränderungen zogen die Architektur in Mitleidenschaft. Nach dem Fall der Mauer wurde der Ort Teil von Initiativen, für die Öffentlichkeit unzugängliche Liegenschaften der Stasi zugänglich zu machen. 1990 wurde das Mies van der Rohe Haus als Ausstellungshaus gegründet. In den Jahren 2000 bis 2002 wurde der Bau denkmalgerecht saniert und auf Basis der Architekturpläne wieder seiner ursprünglichen Form angenähert.