Ausstellungen

Lebendigkeit und Abstraktion

10.10.2021-27.03.2022
IM STURZ DURCH RAUM UND ZEIT
Gregor Hildebrandt       

10.04.-25.09.2022
VERSTÄRKER 34
Gerold Miller

10.04.-25.09.2022
AN DER WAND LIEGT DER RAUM GEFALTET
Max Frintrop

09.10.2022-26.03.2023
BAUBILDER UND ERINNERUNGSMUSTER

 

"Mies hat sich als einer der wenigen modernen Architekten die Frage gestellt, wie sich unter der Prämisse der Abstraktion Lebendigkeit und Anschaulichkeit als architektonische Qualitäten erzeugen lassen. Seit den Tagen von Mies hat diese Frage an Aktualität nichts verloren. Wir begegnen in der zeitgenössischen Architektur immer noch 'toten Kisten' en masse und einer Architektur, die Lebendigkeit mit kurvenden plastischen Spektakeln verwechselt. Beiden ist Phantasiearmut in Bezug auf spezifisch architektonische Ausdrucksmöglichkeiten gemeinsam. Denn in der Baukunst geht es um mehr als nur das banale Bauen im technischen, funktionalen oder ökonomischen Sinn; aber auch nicht darum, um des lebendigen Ausdrucks willen, konstruktive Verrenkungen und funktionaler Klimmzüge zu vollziehen. Architektonisches Gestalten heißt nicht, ein Gebäude als banale Kiste oder begehbare Skulptur zu begreifen, sondern den inneren Zusammenhang von Zweck, Konstruktion und Form im Raum in eine sinnvolle Form zu übersetzen. Mies war durch und durch ein architektonischer Architekt. Er vertrat die Überzeugung, dass ein Architekt seine Ausdrucksmittel in der Architektur suchen und finden müsse, also im Architektonischen selbst und dessen ästhetischem Potential. Den Ausdruck des Lebendigen zu erzeugen, war in der Architektur, die keine abbildende Kunst ist, schon immer eine Herausforderung. Unter dem Gebot der Abstraktion, das die moderne Architektur des 20. Jahrhunderts zum obersten Gestaltungsgesetz erhebt, gilt dies in verschärftem Maße." (Fritz Neumeyer)