Monumente

RAUM-ZEIT-ODYSSEE

10.10.2021 bis 2022

von Carsten Krohn mit Kuehn Malvezzi

Vier gebaute und vier projektierte Monumente von Mies van der Rohe werden mitei- nander in Beziehung gesetzt, darunter das Bismarkdenkmal-Projekt (1910) in Bingen, das Kriegsdenkmal-Projekt für die Neue Wache (1930) in Berlin oder das Grabmal für den Philosophen Alois Riehl (1924) in Klein Glienicke. Die Ausstellung thematisiert sowohl Denk- und Grabmalentwürfe als auch zwei temporäre Monumente. Ausge- hend von Adolf Loos‘ Bemerkung – „nur ein ganz kleiner Teil der Architektur gehört der Kunst an: das Grabmal und das Denkmal“ – thematisiert die Ausstellung diese Bauaufgabe in Beziehung zu Mies‘ gebauter Architektur. Eine zentrale Rolle spielt Mies‘ Denkmal für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde (1926).
Das Revolutionsdenkmal wurde 1933 von den Nationalsozialisten zerstört. 1935 wur- de es schließlich abgerissen. Mit der Befreiung vom Nationalsozialismus begann eine Debatte über die Rekonstruktion dieses Denkmals, die bis heute zu keinem abschlie- ßenden Ergebnis geführt hat. Mittlerweile ist diese Debatte selbst zum Teil der Werkgeschichte geworden. Wichtige Fragen wie jene nach Ziegelformat und Konstruktion blieben jedoch überwiegend unbeantwortet. Auf der Grundlage neuerer Forschungs- ergebnisse leistet die Ausstellung die Voraussetzungen für die weitere Debatte um eine Rekonstruktion des Denkmals. Im Zusammenhang mit der Ausstellung wird das Denkmal zur besseren Anschauung temporär errichtet. Die Ausstellung erörtert nicht nur die materielle und konstruktive Beschaffenheit der Monumente, sondern es wird auch deren Entstehungs- und Zerstörungsgeschichte reflektiert. Die Präsentation stellt eine Spurensuche, ein Netz von Bezügen und Kontexten vor, bei denen es um das Verhältnis von Raum und Objekt, Material und Schrift sowie Architektur und Skulptur geht.