Mies Goes Future: Film- und Ausstellungsprojekt

RAUM-ZEIT-ODYSSEE

Mies Goes Future ist als eine Langzeitstudie angelegt, zu der Künstler, Architekten sowie Kunst- und Architekturhistoriker eingeladen werden, die Zukunft des Mies van der Rohe Hauses als Institution mitzugestalten. In unterschiedlichen Formaten, wie beispielsweise Interviews, Redebeiträgen, Zukunftsskizzen, Fotografien oder kommentierten Zeichnungen soll die Verbindung zum Werk des Architekten Mies van der Rohe als Inspirationsquelle deutlich gemacht werden.
Die Ausstellung wird von Esenija Bannan kuratiert.

Einführung
Prof. Dr. Fritz Neumeyer Architekturtheoretiker und emeritierter Professor
Ingolf Kern Vorstandsvorsitzender des Foerdervereins im Mies van der Rohe Haus 
Dr. Wita Noack Direktorin im Mies van der Rohe Haus 

Álvaro Siza

Der portugiesische Architekt fertigte diese Skizze als Impuls für den Neubau für die Direkotrin des Hauses bei seinem Besuch im Februar 2019.

 

Katrin Günther

In ihren großformatigen Tuschezeichnungen untersucht die Berliner Künstlerin Katrin Günther, die Wechselwirkungen und Möglichkeiten von Architektur und Landschaft. Die Künstlerin studierte Architektur an der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus und an der Universität in Mailand. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Dessau und ist Professorin für künstlerisch-experimentelle Gestaltung der Hochschule Anhalt am Bauhaus-Campus in Dessau. 

Die Zeichnung eröffnet den Dialog mit einer dynamischen Bewegung in den Raum und endet dort, wo sich der Horizont öffnen könnte.

Jan Maruhn

Der Kunsthistoriker veröffentlichte zahlreiche Beiträge zu Architektur und Kunstgeschichte. Sein Essay Bauen für die Kunst: Mies van der Rohe als Architekt für Kunstsammler, wurde im Katalog der anlässlich der Ausstellung Mies in Berlin erschienen ist, veröffentlicht. Maruhn leitet die Bildhauerwerkstatt im Kulturwerk des bbk berlin und ist Dozent für das GasthörerCard Programm der Freien Universität Berlin. 

In seinem Redebeitrag spricht er über das Projekt von Mies van der Rohe auf der Berliner Bauausstellung 1931, das für ihn der perfekte Ergänzungsbau für das Haus Lemke sein könnte.

Jörn Köppler

Der Architekt führt gemeinsam mit seiner Frau Annette Köppler-Türk in Potsdam und Berlin das Architekturbüro Köppler Türk Architekten. Zusätzlich ist er in der Architekturlehre tätig und veröffentlicht regelmäßig Artikel in renommierten Zeitungen und Architektur-Magazinen. Im Rahmen eines Forschungsaufenthalts in der Villa Massimo in Rom veröffentlichte Köppler zuletzt das Buch Die Poetik des Bauens – Betrachtungen und Entwürfe im Transcript Verlag.

In dem Video präsentiert der Architekt ein Model vom griechischen Dodona-Tempel, in dem er jene Form der Geistesverwandtschaft zu den Ideen Mies van der Rohes Architektur erkennt, an die er mit seinem Vorschlag eines Erweiterungsbaus von Haus Lemke anknüpfen möchte.

Anna Ramos

Anna Ramos ist Direktorin der Fundació Mies van der Rohe in Barcelona.
Sie studierte Architektur an der Escola Tècnica Superior d'Arquitectura de Barcelona und der Technischen Universität Delft.
Alle zwei Jahre vergibt die Fundació den Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur - den Mies van der Rohe Award -,  um herausragende architektonische Werke, die in ganz Europa gebaut werden, zu würdigen.   

In diesem Film-Interview spricht Anna Ramos über den Barcelona-Pavillon, der die Geschichte der Architektur verändert hat, den Lilly Reich Grant für Gleichberechtigung in der Architektur und darüber, wie die Zukunft des Erbes von Mies van der Rohe unter den Schwester-Institutionen geteilt werden kann.

Isabelle Borges

Geprägt von der modernen Architektur Brasiliens und dem Bauhaus kreiert Isabelle Borges raumgreifende (Wand-) Zeichnungen, die mit ihren farbigen Linien offene, geometrische Bildräume schaffen. 
Die Künstlerin ist in Salvador, Brasilien, geboren, studierte Soziologie in Brasilia und Bildende Kunst in Rio de Janeiro. 1993 siedelte sie nach Deutschland über, wo sie in Köln bei mehreren Künstlern - darunter Sigmar Polke - als Assistentin arbeitete und an der Kunstakademie Düsseldorf ihr Studium fortsetzte. Seit 20 Jahren lebt und arbeitet sie in Berlin und ist in zahlreichen Galerien, in Europa und Brasilien vertreten.

Borges konzipierte die Installation Floating Space in direktem Dialog mit der Architektur und der Natur des Gartens. Die Flächigkeit der Wandkomposition und der davor stehende Podest erzeugen ein Wechselspiel von Linie und Fläche. Ihre Installation erinnert sowohl an eine futuristische Architektur, und öffnet zugleich den Raum für Zukünftiges.

Jean-Louis Cohen

Jean-Louis Cohen ist ein international bekannter Architekturhistoriker, Kurator und Autor zahlreicher Publikationen über moderne Architektur und Stadtplanung. Seit 1994 hat er die Sheldon H. Solow Professur für Architekturgeschichte am Institute of Fine Arts der New York University inne und ist Gastprofessor am Collège de France in Paris.

Cohen ist Kurator vieler wichtiger Ausstellungen darunter L'aventure Le Corbusier, 1887-1965 im Centre Georges Pompidou, Paris (1987); The Lost Vanguard: Soviet Modernist Architecture, 1922–32 Photographs by Richard Pare, Museum of Modern Art (MoMa), New York (2007); Le Corbusier: Secrets of Creativity: Between Painting and Architecture, Staatliches Puschkin-Museum für Bildende Künste, Moskau (2012); Interférences/Interferenzen: Architecture Allemagne-France, 1800-2000, Musée d'Art Moderne et Contemporain de Strasbourg und Deutsches Architekturmuseum (DAM), Frankfurt (2013 und 2014); Building a New New World: Amerikanizm in Russian Architecture, Canadian Centre for Architecture, Montreal (2020). 2014 kurierte Cohen den französischen Pavillon auf der Internationalen Architektur-Biennale in Venedig.

In diesem Filmbeitrag spricht Cohen über sein Werk und die Verbindung zu Mies van der Rohe sowie über die Bedeutung eines Forschungs- und Informationszentrums für Architektur als Nachbarbau vis-à-vis dem Haus Lemke für die Berliner Kulturlandschaft.