2020 . 2021 . RAUM-ZEIT-ODYSSEE

Jahresprogramm

Nach dem turbulenten Bauhaus-100-Jubiläumsjahr folgt in willkommener Art und Weise die berühmte Stille nach dem Sturm. So kann das Programm wieder mehr auf die inneren Potentiale des Miesschen Raums von Haus Lemke ausgerichtet werden. Im Fokus steht die kontemplative Atmosphäre des Ortes, die Raum und Zeit praktisch ineinanderfließen lässt. Das Jahresthema RAUM-ZEIT-ODYSSEE wird mit vier Ausstellungen und zwei Symposien eine Reise durch die Architektur- und Kunstgeschichte, verbindet in künstlerischen Fotografien die Neue Nationalgalerie mit dem Mies van der Rohe Haus und führt schließlich zu Mies‘ Diktum „less is more“.

Mit dem Jahresthema RAUM-ZEIT-ODYSSEE schließt das Programm nicht einfach nur an die besonderen Qualitäten des Miesschen Baus an, sondern greift verschiedene Themen der Moderne auf, verweist beispielsweise auf Sigfried Giedions berühmte kulturtheoretische Veröffentlichung „Space, Time, Architecture: The Growth of a New Tradition“ und nimmt Bezug auf die Jahreszahl 2020, die phonetisch an Stanley Kubricks Science-Fiktion Kultfilm „2001: Odyssee im Weltraum“ erinnert. Die Entwicklung des Raum-Zeit-Kontinuums von Hermann Minkowski im Jahr 1907 und die Entstehung der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein im Jahr 1916 hatten auch großen Einfluss auf die Künste. So ging es beispielweise Paul Klee und Wassily Kandinsky um das Visualisieren und Bewusstmachen von Raum und Zeit in ihren Arbeiten und Schriften, darunter „Punkt und Linie zu Fläche“.