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Bescheiden, aber repräsentativ

Das kinderlose Ehepaar Karl und Martha Lemke wünschte sich von Mies ein „kleines und bescheidenes Wohnhaus“ das „an schönen Tagen zum Garten hin erweitert“ werden könnte. Karl Lemke war Besitzer einer Graphischen Kunstanstalt und Druckerei mit Sitz in der Mühlenstraße in Berlin-Friedrichshain. Die Firma von Karl Lemke arbeitete häufig für Museen, Kunstinstitutionen und Künstler. Wegen ihrer hohen Qualität hatten die „Lemke-Klischees“ einen guten Ruf. Als Geschäftsmann nutzte Karl Lemke sein Wohnhaus auch für repräsentative Zwecke. Er schätzte die moderne Architektur und nutzte sie auch zur Selbstdarstellung. So gab er auf der Terrasse des Hauses vor der malerischen Kulisse des Obersees Empfänge für seine Geschäftskunden. Karl Lemke war Kunstliebhaber. Lemkes Nachlass, darunter eine kleine und feine Gemäldesammlung, eine Uhrensammlung und die Möbel aus Mies’ Hohenschönhausener Haus, gelangte nahezu vollständig in öffentliche Museen in Berlin.

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Karl und Martha Lemke, 1. Mai 1951